DIY HRT: Dosierung & Mehr

Dosierung: Wie viel und was darf ich davon zu mir nehmen? Woran merke ich selbst, dass es zu viel ist? Wo sind die Risiken?


Mein kleines, klickbares Inhaltsverzeichnis:
 1) Einleitung
 2) Dosierung, Sorte, Normwerte....
 3) Mein Tipp
 4) Umrechnungsregeln für orale Applikation
 5) Transdermal vs. Oral
 6) Sublingual als gute Alternative
 7) Mein Hormontagebuch
 8) Woran merke ich, dass ich überdosiere?
 9) Wie kann ich selbst meine Werte überprüfen?
 10) Worauf noch achten? Spironolacton.
 11) Wechselwirkungen
 12) Point of No Return
 13) Dauer der Selbstmedikation


Auf anderer Seite:
Wie kann ich mir die Medikamente/Hormone kaufen?

Einleitung:
Im früheren Alter, ich bin jetzt leider 21 geworden, ist das Risiko hauptsächlich gar nicht da. Bist du deutlich älter(Gefahr für hormonaktive Krebsarten!), rauchst oder du hast bereits eine Leber-/Nierenerkrankung... – beginnt es leider gefährlicher zu werden. :/ Kontraindikationen sind möglich aber selten. ( Siehe) Die Risiken sind m.M.n. bei einer guten Informationsgrundlage abschätzbar.
Wenn du Angst/Bedenken hast könntest du dich vielleicht wie ich einem Arzt anvertrauen, damit er gelegentlich deine Werte prüft. .. Diese Variante ist dann wirklich sehr risikofrei. Du wirst ja dann begleitet, du hast es dir nur selbst verschrieben. Bitte nimm' dir jetzt jetzt noch die Zeit, dich gut zu informieren..

Weiter könnte es auch sein, dass du vielleicht intersexuell bist, was dir vieles leichter machen und eher erklären würde wie du dich fühlst -  in diesem Fall, wenn du dich als Frau empfindest, vielleicht ein Art „Genjackpot“ zu sonst. Daher würde ich auch raten vorher eure Werte bei einem Endokrinologen überprüfen zu lassen, wenn du es dir zutrauen kannst. Ich war auch vorher dort, tut aber auch nicht jede, die ich kenne, sondern oft später. Zu dem ist dies ein guter Check von wichtigen Werten vor dem Start einer Selbsttherapie...

Zur Dosierung, Sorte, Normwerte, was sich wie verändert?  gibt es empfehlenswerte Webseiten:
Muss ja nicht alles wiederkauen und fasse lieber alles zusammen ;). Bezüge zu anderen stellt das Ganze ja doch auf einer glaubwürdigere Basis...

Im Folgenden habe ich manches ergänze ich noch Fehlendes oder fass' es mal kurz zusammen...


Ratsam ist es am Anfang die Dosis langsam zu steigern, damit dein Körper daran gewöhnen kann. Auch wegen der eigenen Unsicherheiten. Ehrlich, am Anfang hatte ich genauso riesige Angst. Zudem könnten sich gleich Anfangs Unverträglichkeiten zeigen, die bei einer geringeren Dosis, weniger anrichten würden.
Also zu viel solltest du nicht nehmen, weil dann sogar die Rezeptoren für die Estrogene sich sogar abbauen könnten – und das wäre ein wirklicher Schaden, weil sie sich nur langsam bilden können. Diese sind notwendig für die Veränderung, denn hier docken deine Hormone an.  Hältst du dich an diese goldene Regel, dann kann es eigentlich nur gut gehen.  Und stattdessen bilden sich neue Rezeptoren, die alles beschleunigen können :) Viel bewirkt hier nicht unbedingt viel, deshalb gibt es sinnvolle Grenzen...


Mein Tipp: Lernt vielleicht auch andere in Foren, Selbsthilfegruppen usw. kennen, damit ihr euch austauschen könnt. Es gibt schon einige, die dies tun/taten. Hier sind ein paar offene Communities(Update: 26.01.2016)

  • Die Trans-Selbstmedikation Gruppe - TSG in Facebook(geschlossene Gruppe). Quasi mit dem Motto: wir sind das TSG, wir schreiben es für uns neu! Ist noch eine sehr junge Gruppe, die ich mitstarte. Hier könnt' ihr Fragen stellen und einfach zusammen kommen...
  • https://groups.yahoo.com/neo/groups/TsDoItYourselfHormones/info Diese knapp 21.000 Mitglieder starke Yahoo-Gruppe für Selbstmedikation mit Hormonen hatte ihre besten Tage eher in den letzten Jahren, wo doch Facebook heute eher "in" ist. Leider sind in dieser Gruppe auch eher unangenehme Menschen/Bilder. Nichts desto trotz ist sie noch aktiv und für Fragen offen. 
  • http://marlyswege.blogspot.de/p/hormon-shopping.html#2 Diese Gruppen helfen wahrscheinlich auch - wo sie doch selbst die Medikamente verkaufen ^^
  • TrueSelves Forum(englisch) ist ein Forum speziell für die Jüngeren von uns. Soweit ich weiß fördert sie zwar keine Gespräche über Selbstmedikation, lässt sie aber tolerant da sein.

So alleine sind wir nicht wie auf dem ersten Blick:
60 %der Mann-zu-Frau-Transsexuellen (MzF) [betreiben] vor der psychiatrischen Indikationsstellung für den Beginn einer somatischen Behandlung eine hormonelle Selbstmedikation[...]“( Journal für Reproduktionsmedizin und Endokrinologie “Die hormonelle Behandlung transsexueller Personen“, 2004)
Ich habe auch mal eine Umfrage im Forum gestartet:  Die meisten haben sich selbst die Medikamente verschrieben (~ 80%), die anderen hätten es gerne getan oder sind „normal“ den Weg gegangen. Es spricht aber aus sich selbst heraus, dass damit nicht „hausiert“ werden sollte – ist es ja doch hierzulande rezeptpflichtige Medizin.
An manchen Orten wird dies aber auch gerne als gefährlich tot geredet. Hier habe ich möglichst alles belegt woher was kommt, das die Welt anders zeigt als diese sie dunkel färben...


Häufige Umrechnungsregeln für orale Applikation:
„30Mikrogramm Ethylestradiol“ entspricht „2mg Estradiol“.
 „2mg Estradiolvalerat“ entspricht relativ genau „ 1,33mg Estradiol“( Nina).
2,064mg Estradiol-Hemihydrat enthalten 2mg Estradiol. (nur oral, sublingual kommt mehr beim Körper an)(Webseite Tinaland als .pdf)
So weist Dienogest etwa 40 % der antiandrogenen Wirkung des Cyproteronacetats auf, ist aber doppelt so stark wirksam wie Chlormadinonacetat.“ (http://www.aknetherapie.de/hormone2.htm)

Transdermal vs. Oral:
Kurz gefasst: 1:0, ganz klar. Alles was ihr oral über Tabletten einnehmt geht über eure Leber, die das ertragen muss und dann auch noch das bindende SHBG bildet. Viel geht hier verloren und einiges wird in schwächeres Estron(E1) umgewandelt, das nur noch 4% der Stärke vom Estradiol(E2) besitzt. Die oralen Tabletten bleiben dennoch eine gute Möglichkeit für den Anfang, vor allem auch, da sie leichter zu bekommen und in ihrem Preis recht niedrig sind.
Über die Haut, sprich transdermal, wird der sogenannte “First-Pass-Effekt“ der Leber einfach umgangen – mit Pflaster, Gels, Spritzen. Vielleicht das Evra-Pflaster von Euroclinix oder Estradiol-Gels auf der DRM-Homepage. Diese Pflaster und Gels(wie z.B. Gynokadin) enthalten meistens Estradiol in Form von besser löslichen Estradiol-Hemihydrat.
Weiteres zum Gynokadin: http://www.kade.de/fileadmin/assets/fachkreisinformationen/transdermale-estradiolsubstitution-dr-kade.pdf.
Update12.09.15: Anderes als ich es mir immer vorgestellt hatte war ich mir nie bewusst wie schnell das Gel eigentlich einzieht. Gut verteilt in 10sec. Darüberhinaus ist es kaum noch ein Geheimnis, dass andere Frauen ihre estradiolhaltige Vaginalcremes als Geheimtipp für diverse Hautprobleme verwenden - mach ich auch ein wenig. Seit euch aber im klaren, dass das Gynokadin etwas stärker dosiert ist als die Vaginalcremes. Vielleicht schreit dies noch nach einem extra Artikel? Bis dahin hilft Google weiter ;)
Als weiteren Tipp würde ich bei den Gels das Kleingedruckte ernstnehmen. Nämlich, dass dieses unter 25°C zu lagern, also am Besten im Kühlschrank - aber nicht im Eisfach^ -^. Es büsst sonst mit der Zeit an seiner Wirkung ein!


Sublinguale Applikation als gute Alternative:
Sublingual meint das Auflösen einer Tablette unterhalb der Zunge. Gegenüber dem Lutschen ist die sublinguale Form bis um das 5-fache effektiver. Unter der Zunge gelangt ein Anteil direkt über die Mundschleimhaut  in die Blutbahn und der Rest nimmt den oralen Weg. Dieser Anteil umgeht damit die zersetzenden Magensäuren und den First-Pass-Effekt der Leber(ist auch leberschonender). Die Bioverfügbarkeit ist höher, es wird mehr und unverändert absorbiert. Weil es schneller absorbiert wird, kommt es anfangs zu einer kurzzeitigen, deutlich spürbaren Erhöhung der Konzentration im Blut. Über einer gewissen Grenze von 800-1000pg/ml kann der Körper mit dem Estradiol nichts mehr anfangen, das wäre verloren. Daher ist es sinnvoll die Hormongabe über den Tag zu verteilen, statt alles gleichzeitig zu sich zu nehmen. Insgesamt kann dies zu Schwankungen  führen, die das Wachstum fördern könnten(?).

Für die sublinguale Einnahme eignet sich das Estradiol-Hemihydrat(nicht das Estradiovalerat!), das z.B. in Estrifam, Estrace oder Elleste enthalten ist. Und Elleste Solo 2mg ist z.B.  mit 84Tabletten für 45€ bereits in Euroclinix erhältlich und mittlerweile bei QHI.co.uk. Die Hemihydrat-Verbindung sorgt nur für eine grundsätzlich bessere Löslichkeit, es wirkt sonst wie das körperidentische Estradiol. Es ist schwach wasserlöslich mit einer Grenze von 1,5mg pro Liter(!) und besonders lipophil  also fettlöslich. Daher bietet es sich an nachher etwas Fetthaltiges zu essen oder vielleicht wie ich einen kleines Schlückchen Sahne/Milch hinterher zu trinken, damit vom Oralen mehr biologisch verfügbar ist. Mit Milch hätte es lediglich die Wirkung, als würdet ihr mehr Estrogene zunehmen.

Weiter ist interessant, dass die sublinguale Form der Verabreichung besonders nahe dem natürlichen E1:E2 Verhältnis von 1:2 von einer Frau in der Prämenopause nahe kommt, da mehr vom Estradiol(E2) erhalten bleibt. Sublingual und Transdermal erreichen gleichermaßen ein Verhältnis von 1:3 und oral 5:1 – woran gut ersichtlich ist, dass viel oral von dem Estradiol in Estron verloren geht oder überhaupt ankommt.
Eine Alternative auch deswegen, wenn einem eine Tablette unter der Zunge eher liegt als ein Gel auf die Haut zu schmieren oder ein Pflaster herum zu tragen für den Rest des Lebens. Dabei bleibt transdermal pharmakologisch etwas besser als die sublinguale Einnahme und wem es wichtig ist, ist der Estradiolspiegel viel gleichmäßiger verteilt.
Von der Einnahme von Anfang an würde ich aber eher abraten, da dein Körper sich noch daran gewöhnt und die Zeit braucht die passenden Rezeptoren zu bilden. Die starken Schwankungen lassen den Einstieg vielleicht auch nicht gerade leicht werden..

Nochmal ausführlicher: http://transascity.org/sublingual-versus-oral-estrogen/

Im Augenblick probiere ich dies auf einen Tipp einer lieben Freundin aus, die selbst das Gel eklig fand. Meinem Endo war dies zwar neu, weil er sonst Gynokadin verschreibt. Er dachte aber auch, dass dies so klappen könnte, und verschrieb mir Estrifam.
Bisher fühlt es 1-2 Stunden nach der Einnahme ein wenig seltsam, aber nicht unangenehm an, und mich etwas weniger konzentrationsfähig empfinde.

Seit einem knappen Monat probiere ich das jetzt aus und dachte ich erzähle euch mal kurz davon. Insgesamt nehme ich 4mg vom Estradiol-Hemihydrat, davon 1mg morgens/ mittags und 2mg Abends, wenn ich fertig mit dem Lernen bin. Die halbe 1mg Tablette löst sich ziemlich flott in 5-7 min und die 2mg in 10-15min auf. Sie schmeckt sie ganz unauffällig im Vergleich zum Spironolacton, obwohl ich sie am besten nicht schmecke und unter der gut durchbluteten Zunge liegen lasse - was ich normalerweise so tue.
Nach ca. 1er Stunde nach dem Einwurf :p fühlt es sich ein wenig seltsam an und ich fühle mich etwas weniger konzentrationsfähig. In dieser Zeit ist der Estradiolspiegel  im Blut für einem Moment sehr hoch, höher als bei einer Schwangeren, weils gleich ein paar µg über die Mundschleimhaut absobiert wurde.

Zu Ende? Wenn ihr mehr, tieferes über Hormonpräparate etc. wissen wollt -> Dies könnt ihr hier finden.

Wie habe ich es für mich dosiert? Mein Hormontagebuch
Vorne weg, meine Gesundheit war gut: Ich war 20, habe mich gesund ernährt, normales Gewicht, kein Alkohol, rauchte nicht und hatte sonst keine Krankheiten. Die Risiken waren in meinen Augen sehr unwahrscheinlich. Sonst wären noch andere Dinge wie das Thromboserisiko usw. hinzugekommen.
Anfangs, da hatte ich die anderen Möglichkeiten noch nicht gesichtet: da nahm ich 2 Wochen einmal Diane 35 täglich später 2mal. Bei drei hatte ich gemerkt, dass es für mich zu viel war.
Nach 2 Monaten nahm ich lange täglich: 4mg Estradiolvalerat und 200mg(wie empfohlen) Spironolacton und 30 µg Ethinylestradiol mit 2mg Dienogest(Die Pille „Aristelle“).  Später statt 200mg Spiro zu 100mg Spiro mit einer ¼ Tablette Androcur 50mg. Später war ich schlauer wie diese Kombi von Estradiolvalerat und Ethinylestradiol wenig wirkungsvoll ist. Das habe ich nun geändert, weil meine SHBG-Leberwerte sehr hoch waren. Das ist nicht unbedingt toxisch, sie strengt sich nur an.
Nach 5 Monaten: 100mg Spironolacton, 12,5mg Androcur und 4-6mg Estradiolvalerat. Was schon an sich leberfreundlicher ist und das SHBG senkt. Rückblickend hätte ich manches anders gemacht..
Nach 6Monaten bin ich jetzt offiziell in der HRT: Mit 2x 12,5mg Androcur, sublingual 4-6mg Estradiol-Hemihydrat („Estrifam“) und 1,25mg Finasterid also eine ¼ Proscar-Tablette. Der Grund ist: Proscar ist deutlich günstiger als Finasterid Tabletten und die gibt es lediglich auf Privatrezept. Wegen dem Off-Label-Use, da wir dies nicht wegen einer pathologisch großen Prostata zu uns nehmen – wofür es gedacht ist - , ist es nicht mehr von der Krankenkasse gedeckt.
8.6.2015 Ich habe es auf 12,5mg Androcur verringert, was vermutlich immer noch mehr ist als sein müsste, und auf 4mg Estrifam sublingual festgesetzt. Finasterid nehme ich weiter wie immer. Das alles verteile ich so gut es geht über den Tag. Ich warte noch auf die Laborergebnisse vom Mai...
Juni 2015: Meine Laborwerte sind da :) 0.03ng/ml Testo heißt -70% von vorher und Mein Estrospiegel ist etwas besser geworden. Auch ist der SHBG-Spiegel endlich gesunken.
30.07.2015: In Hinblick wegen der FFS greife ich derzeit vorsorglich lieber zum Gynokadingel, dass ich auch später nutzen kann auch wenn ich meinen Mund kaum noch öffnen kann. Sonst hat dieses transdermale Gel noch ein paar Vorteile wie z.B. dass man dieses auf Problemstellen der Haut (ein wenig nur!) geben kann um sie z.B. zu glätten. Gegen Problemzonen wie auch viele Frauen teils ihre Vaginalcreme(wegen dem Estradiolanteil) dafür benutzen -so als Geheimtipp unter sich.
12.09.2015: Wegen dem Haarline-Lowering bei der FFS habe ich nun das Finasterid und das Pantostin abgesetzt, da dies jetzt keinen Sinn mehr macht.
05.11.2015: Mein Progesteronspiegel blieb weiterhin pathologisch niedrig und von einer Freundin hatte ich die Hoffnung, dass es stimmungsstabilisierend wirken kann. Also nehme ich jetzt Famenita 100mg täglich. Dies hat mir jetzt einige Wochen rückblickend geholfen.
06.01.2016: Wieder sublingual mit Estrifam wie vorher, 12,5mg CPA und 100mg Famenita alle paar Tage. Ich will nur einen gesunden Pegel fürs Progesteron. 0,1 ng/ml waren schon pathologisch niedrig.


Woran merke ich, dass ich überdosiere?
Wenn du in den folgenden Tagen starke Änderungen merkst bei denen es dir schlechter geht. Kopfschmerzen, große Müdigkeit, Übelkeit usw. ...was du alles über Google finden kannst. Hier solltest du dich wirklich erkundigen. Im Grunde könntest du dies nur schwer ignorieren. Keine Bange, du bräuchtest eigentlich nur am nächsten Tag die Dosierung ein wenig zu verringern.  In selteneren Fällen ist die Sorte des Medikaments auch nicht das richtige für dich.. Wenn das Unwohlsein bleibt würde ich dir echt ans Herz legen zum Arzt zu gehen.
Eigentlich würde dir ein Arzt auch nur empfohlene Hormongaben vorschlagen und dich anweisen, wenn‘s dir schlecht geht weniger zu nehmen und zu ihm zu kommen. Er würde aber auch Untersuchungen anstellen, wenn etwas nicht in Ordnung wäre.
Bitte lest euch noch die möglichen Nebenwirkungen zu den Medikamenten durch...

Wie kann ich selbst meine Werte überprüfen?
Es gibt sogenannte Speicheltests, die du über Amazon bzw. deren/anderen online Apotheken oder in einer richtigen Apotheke einfach kaufen kannst. Leider sind die etwas teurer, aber hier könntest du selbst deine Testosteron und Estrogenwerte überprüfen.
Hierzu hat auch Nina etwas geschrieben: http://ninaunnormal.blogspot.de/p/test.html

Nochmal möchte ich euch ans Herz legen es einem lieben Arzt anzuvertrauen, damit er dies überwacht. Ich empfand das sehr befreiend. Trotz allem machte ich mir doch große Sorgen...

Worauf noch achten? Spironolacton:
Oft wird zu Recht erwähnt, dass Spironolacton gefährlich sein kann – gerade dann wenn ihr dazu falsches, also Kaliumhaltiges esst: zu viel Kartoffeln, Nüsse, Mais, Bananen und besser keine Ergänzungsmittel mit Kalium ;) .. das sind schon die wichtigsten, die viel Kalium beinhalten. Es ist zwar absolut unwahrscheinlich so viel Kalium zu essen, aber das Herz könnte an zu viel Kalium d.h.  Hyperkaliämie im schlimmsten Fall stehen bleiben bzw. Nierenversagen hervorrufen, denn das Kalium hält das Spironolacton zurück und reichert dieses im Körper an.
Ihr könnt, schon davon mal essen. Aber vielleicht nicht 3mal täglich. An einmal Pommes, Kroketten oder Erdnussflips bin ich noch nicht gestorben : D

Auch fühlt ihr euch sehr wahrscheinlich dehydriert, das ist aber keine Überdosierung :) ! Sondern einfach die Tatsache, dass es eigentlich ein entwässerndes Medikament ist, dass zum Glück auch das Testosteron blockt.  Wichtig ist es also, viel und ausreichend zu trinken. Ihr seid dann auch weniger müde. Beim Androcur ist das nicht so schlimm..
Bei einem niedrigen Blutdruck ist das Medikament mit Vorsicht zu genießen, da es dies noch weiter absenkt, möglicherweise kontraindiziert. Als entwässerndes Medikament hilft es beim Bluthochdruck.

Mehr zum Spironolacton findet ihr hier.

Wechselwirkungen:
Leider können einige Medikamente eine Wechselwirkung mit unseren Pillen besitzen. Johanniskraut, dass in vielen Beruhiguungstabletten ist, schwächt zum Beispiel die Wirkung des Estradiols und des Androcurs ab(wird schneller abgebaut). Stattdessen bietet sich dann dafür Baldrian an. Siehe z.B. : Link . Am besten jeweils nachschauen.
Ein anderes, witziges Beispiel wäre Grüntee(?), dass die Wirkung sehr schwach verstärkt, und Grapefruitsaft(und kein Orangensaft oder andere), welches es bei oraler Einnahme des Estradiols deutlich ca. 30% verstärkt. Dazu gibt es mehrere Artikel. Leider macht es das CPA/Androcur für die Leber schädlicher, weils auch deren Metabolisierung erschwert. Die Grapefruit legt mehrere Enzyme lahm, sodass mehr vom Estradiol aufgenommen und langsamer abgebaut wird.
Dazu gibts sogar einen Wikipedia Abschnitt: http://de.m.wikipedia.org/wiki/Grapefruit
Pharmazeutische Zeitung
Am besten, wenn man da irgendwas an Tabletten zu sich nimmt, besser vorher nach Wechselwirkungen googlen.

Point of  No Return?
Ich hoffe, wenn du das liest und darüber die deine Gedanken machst, dass du der Konsequenzen deines Weges zur Frau bereits bewusst bist und was du tragen möchtest. Du weißt selbst am besten, wozu du dich entscheidest. Ansonsten heißt es als Daumenregel, dass manches wie Unfruchtbarkeit, Brüste,... nach 6 Monaten bleiben wird. Bei jüngeren sind die Veränderungen wesentlich schneller als bei älteren, daher könnten manche Veränderungen wesentlich schneller eintreten.

Dauer der SelbstMedikation:
Wie eingangs erwähnt rate ich euch eher eine ärztliche Begleitung an. Je nachdem, wie schnell es bei dir geht, zeigen sich sowieso sichtbare Veränderungen an dir und du weißt ,falls etwas speziell bei dir nicht stimmt, wo du Rat finden kannst. Für eine Zeit mag es sich noch in Grenzen halten, doch für länger als ein halbes/ganzes Jahr? Das Ganze ist eine große Umstellung für den Körper und es kann eben sein, dass andere Werte dadurch beeinflusst werden, in einen Bereich kommen, die ungesund sind .. also bitte nicht über lange Zeiten hinweg. Außerdem ist es einfach viel günstiger, wenn die Hormonpräparate irgendwann übernommen werden.


Kommentare:

  1. Hallo,
    ich bin heute Abend per Zufall auf diene Seite gestoßen. Sie ist einfach klasse. Ich wünschte so etwas hätte es schon vor 30 Jahren gegeben, dann währe vermutlich mein Leben anders gelaufen. Hier ist alles ziemlich gut erklärt. Eine Bemerkung möchte ich jedoch noch zu den Antiandrogenen machen. Nach einer Orchiektomie (Entfernung der Hoden) dauert es etwa einen Monat bis das Testosteron soweit abgebaut ist, dass sich da unten nichts mehr regt. Es ist ein schleichender Prozess. Die Einnahme von Antiandrogenen (also ohne Östrogene) wird auch chemische Kastration genannt, und hat die gleiche Wirkung wie eine richtige Kastration. Eine Erhöhung der Dosis/hohe Dosis macht da keinen Sinn. Es ist eher wichtig das Zeug kontinuierlich einzunehmen. Bei mir genügt zum Beispiel die Einnahme von einer halben Tablette Spiro (50mg) täglich. (Der Weg der (chemischen) Katration ist in meiner Altersklasse nicht ungewöhnlich)

    Ich weiß, es ist falsch da ich als Mann lebe, ich werde aber mal den Namen zwecks Wiedererkennung runter Schreiben den ich als Mädchen bekommen hätte (und liebe)

    Britt

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  2. Nö chemische Kastration mit Antiandrogenen zumindest CPA ist nicht möglich.(deshalb wurde es ja entwickelt)
    Es senkt das Testo auf c.a. 1/4.und nicht mehr,deshalb ist auch eine höhere Dosierung witzlos
    Beibspironolactone weis ich es nicht,aber eine längere Einnahme würde ich schon allein wegen des Hyperkalämieriesikos nicht empfehlen

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    1. Oh doch, ne Kastration mit Androcur findet statt. Vermutlich wirst du mir nicht glauben, deswegen frag mal den Arzt oder nur Wikipedia ^^. Ich geb dir Recht, irgendwann ist eine Höhere Dosis sinnlos - aber Androcur ist viel potenter als du es dar stellst. Ich hatte 6ng/ml Testo(oberer männlicher Durchschnitt) und nun 0,01-0,04 ng/ml(weiblicher Durchschnitt), was 1/600 bzw ~1/150 bei nur 12,5mg Androcur macht.
      Ich stimme dir zu: Spiro ist nicht wirklich zu empfehlen, wenn es die Möglichkeit zum besseren Androcur gibt.
      LG, Marly

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    2. PS: Es kann sogar sehr wahrscheinlich sein, dass nach längerer Androcur Einnahme, dass "Mann" kastriert bzw. unfruchtbar bleib.
      Dies ist ja eins der Gründe, warum sich jene, die sich ne HRT wünschen, sich bitte mit Ihrer Entscheidung sich sein sollen. Da dies eins der "gewissen" Risiken darstellt.

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